Patricia Boser (58) aus Zürich ist aus der Schweizer TV-Landschaft nicht mehr wegzudenken. Bei Sendungen wie «ZüriDate» später «SwissDate» oder auch «Boser & Böser» war sie die Gastgeberin. Seit 30 Jahren moderiert Patricia am Freitagabend die Sendung «Lifestyle» auf TeleZüri. Wie es dazu kam, ob sie schon immer Moderatorin werden wollte und was ihr Geheimtipp für ihren Erfolg ist, erzählt Patricia mir im Interview.
Wolltest du schon als kleines Mädchen moderieren und vor der Kamera stehen?
Mein grosser Traum war Schauspielerin zu werden. Ich war ein lebhaftes Kind und stand bei jeder Gelegenheit auf der Bühne. Ob in den Ferien im Hotel oder später in der Schule – sobald es etwas aufzuführen gab, war ich dabei. Mit knapp vier Jahren kam ich in die Kindertheaterschule von Rosemarie Metzenthin. Dort hat alles angefangen. Privat muss ich überhaupt nicht im Mittelpunkt stehen. Da überlasse ich die Bühne gerne anderen. Was mich bis heute begeistert, sind echte Begegnungen. Der Traum war die Schauspielerei. Gefunden habe ich meinen Platz zuerst beim Radio und später im Fernsehen.
Wie bist du zum Moderieren gekommen?
Mit 21 bot sich die Chance bei Radio 24. Acht Jahre Radio waren die beste Schule überhaupt. Dort habe ich gelernt, spontan zu sein, zuzuhören und im passenden Moment die richtigen Fragen zu stellen. Danach führte mich mein Weg zum Fernsehen – und bis heute erfüllt mich grosse Dankbarkeit, diesen Beruf ausüben zu dürfen.
Was war ausschlaggebend, dass du Sendungen wie «Lifestyle» oder «ZüriDate» moderieren wolltest?
Dass ich beide Sendungen moderieren durfte, verdanke ich Roger Schawinski. Er hat mir zuerst «ZüriDate» anvertraut und ein Jahr später auch «Lifestyle». Dieses Vertrauen gehört zu den grössten Geschenken meiner Karriere und hat meinen weiteren Weg entscheidend geprägt. Mich fasziniert bis heute, was Menschen bewegt. Nicht ihr Status, sondern ihre Persönlichkeit. Genau das liebe ich an meinem Beruf.
Wie bist du damit umgegangen, wenn Sendungen abgesetzt wurden?
Zum Fernsehen gehört Veränderung. Natürlich gab es Momente, die wehgetan haben. Der Blick ging aber immer nach vorne. Jede Veränderung hat auch wieder eine neue Tür geöffnet.
Wie viel durftest bzw. darfst du bei der Sendung «Lifestyle» selbst entscheiden, zum Beispiel welcher prominente Gast teilnimmt?
Zum Glück sehr viel. Das Gästebooking liegt bei mir. Über 37 Jahre durfte ich ein wunderbares Netzwerk aufbauen, und das ist heute einer meiner grössten Schätze. Natürlich entscheiden wir Themen und Gäste gemeinsam im Team, aber ich freue mich jedes Mal, wenn ich jemanden für «Lifestyle» begeistern kann. Dass mir so viele Menschen über all die Jahre ihr Vertrauen geschenkt haben, bedeutet mir sehr viel.
Welche Highlights der Sendung wirst du nie vergessen?
Nach 30 Jahren «Lifestyle» gibt es unzählige Highlights. Rund 1’500 Persönlichkeiten durfte ich kennenlernen. Ein ganz besonderer Moment war unser Jubiläum Anfang Mai im Wellnesshotel Golfpanorama in Lipperswil. Mein Team hat mich komplett überrascht. Dass Roger Schawinski plötzlich vor mir stand, hätte ich nie erwartet. Mein Sohn Kai war an meiner Seite, und als meine ehemalige Produzentin Nicole Himmelreich per Videobotschaft erschien, war es um mich geschehen. Da sind einfach die Tränen geflossen.
Wenn «Lifestyle» zu dir nach Hause kommen würde, wer sollte die Sendung moderieren?
Jemand mit Herz, Humor und echter Neugier. Die schönsten Gespräche entstehen nicht durch möglichst viele Fragen, sondern durch ehrliches Interesse am Gegenüber.
Was ist dein Geheimtipp, dass du über Jahrzehnte so erfolgreich bist?
Ein Geheimrezept gibt es nicht. Neugierig zu bleiben und Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, macht für mich den Unterschied. Vielleicht begleiten mich genau deshalb heute bereits drei Generationen – im Fernsehen und auf Social Media. Das berührt mich sehr.
Ein besonders schönes Erlebnis war auch mein erstes Treffen mit 30 Ladies im Hotel Schweizerhof Zürich. Dieser Austausch war unglaublich bereichernd. Zu erleben, was meine Community bewegt, war ein Geschenk. Solche Begegnungen möchte ich künftig noch viel öfter schaffen.
Gab es einen Moment, in dem du ans Aufhören gedacht hast?
Ja, nach der Geburt meines Sohnes Kai. Für einen kurzen Moment stand die Frage im Raum, ob ich mich ganz auf meine Rolle als Mutter konzentrieren soll. Heute bin ich sehr dankbar, dass ich wieder zum Fernsehen zurückgekehrt bin. Meine Rolle als Mutter bedeutet mir alles – genauso wie mein Beruf. Genau diese Balance macht mich glücklich.
Bilder: CH Media
