Filmkritik «A Beautiful Day in the Neighborhood»

So einen Mr. Rogers könnten wir gerade echt gut gebrauchen!

Bild aus dem Film A Beautiful Day in the Neighborhood

Fazit «A Beautiful Day in the Neighborhood»

Fred Rogers war ein bemerkenswerter Mensch. Er verstand es mit einer Leichtigkeit, gerade negative Dinge zu erklären und sie menschlich zu machen. Wut ist zum Beispiel ein natürliches Gefühl, man muss nur wissen, wie damit umzugehen ist. Es ist nicht lohnend, in blinder Zerstörungswut alles kaputt zu schlagen. Aber wenn man das Gefühl unterdrückt, kommt es nur in den emotionalen Rucksack und irgendwann explodiert man und sagt oftmals Dinge, die einem nachher leidtun. Doch wie genau können wir die Emotion Wut kontrolliert rauslassen? Mr. Rogers hat ganz simple Vorschläge, wie zum Beispiel die Knetmasse auf den Tisch hauen oder mit beiden Händen die tiefen Tontasten des Klaviers drücken. Für uns Erwachsene sind solche Sachen oftmals peinlich. Mein Tipp: Den Kiefer entspannen und lockern. Wenn wir den Kiefer anspannen, merken wir nämlich sehr schnell, dass wir wütend sind. Noch wichtiger ist, sich das Gefühl nicht abzusprechen. Es ist vollkommen ok, wenn uns etwas wütend macht, wir müssen nur lernen nicht in der Emotion zu verharren und alles andere auch schwarzzusehen, sondern erkennen, dass wir die Macht haben, das Gefühl auch wieder loszulassen.

Bild aus dem Film A Beautiful Day in the Neighborhood

Die Rolle ist Tom Hanks auf den Leib geschrieben. Jeder nimmt ihm den freundlichen Fred Rogers ab, weil Tom Hanks ebenfalls so eine gutmütige Art hat. Der Film baut ein wohliges Gefühl auf und der Zuschauer wünscht sich einen Fred Rogers, der einem Tag für Tag erklärt, dass man jemand besonderes ist. Am Anfang ist man noch skeptisch und man erwartet eine dunkle Seite, irgendetwas muss doch mit diesem überfreundlichen Mann nicht stimmen. Natürlich hat er auch schlechte Tage, aber er hat beschlossen, das Gute zu sehen und die Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind und ihnen das Gefühl zu geben, dass jeder vollkommen in Ordnung ist, so wie er ist. Und das wünschen wir uns doch alle. Einfach so angenommen zu werden, wie wir sind.

Bild aus dem Film A Beautiful Day in the Neighborhood

Handlung «A Beautiful Day in the Neighborhood»

Lloyd Vogel (Matthew Rhys) ist ein bekannter Enthüllungsjournalist. Nun kriegt er seiner Meinung nach, die unwürdige Aufgabe über den berühmten Kindersendungsmoderator Fred Rogers (Tom Hanks) ein Portrait zu schreiben. Lloyd ist nämlich nicht so der Menschenfreund. Seine Frau Andrea (Susan Kelechi Watson) bittet ihn inständig ihre Kindheitserinnerungen an Mr. Rogers nicht zu zerstören. Als ob dieses Interview nicht schon Schmach genug ist, erfährt Lloyd, dass zur Hochzeit seiner Schwester ihr Vater ebenfalls antanzt. Sie haben sich Jahre nicht gesehen und er hat ihm sein Verhalten seiner Mutter gegenüber nie verziehen. Auf der Hochzeit krachts und so macht er sich noch widerwilliger auf den Weg nach Pittsburgh.

Bild aus dem Film A Beautiful Day in the Neighborhood

Auch wenn er es kaum zugeben kann, schafft es Fred mit seiner ungeteilten Aufmerksamkeit direkt zu Lloyd durchzudringen. Das Interview verläuft eher im Gespräch und Schwups ist es auch schon vorbei. Doch das ist erst der Beginn und weitere Treffen finden statt, in denen Lloyd viel über sich lernt. Je mehr er versucht, negative Dinge über Fred Rogers zu erfahren, desto mehr erkennt er, dass er mit sich selber konfrontiert wird. Was wird am Ende im Portrait über Fred Rogers stehen? Welche Auswirkungen haben diese lehrreichen Stunden auf Lloyd oder entscheidet er sich, nichts daraus zu lernen?

Bild aus dem Film A Beautiful Day in the Neighborhood

Besetzung
* Tom Hanks als Fred Rogers
* Matthew Rhys als Lloyd Vogel
* Susan Kelechi Watson als Andrea Vogel
* Chris Cooper als Jerry Vogel
* Maryann Plunkett als Joanne Rogers
* Enrico Colantoni als Bill Isler

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