Interview mit Aaron Asteria

Der Schweizer Sänger Aaron Asteria aus Rapperswil veröffentlicht am 6. Februar sein Debutalbum «No Time for Heroes». Wie er zur Musik kam, was ihn inspiriert und was es für ein Gefühl ist, sein erstes Album rauszubringen, erzählt Aaron mir im Interview.

Bild von Aaron Asteria

Wann hast du deine Liebe zur Musik entdeckt?
Als Kind entdeckte ich zuerst meine Liebe zur Unterhaltung im Allgemeinen. Ich liebte das Gefühl, mein Umfeld mit Geschichten, Witzen, Theaterstücken und Liedern zu begeistern und mich dabei künstlerisch ausdrücken zu können. Als Kind war es einfach – die Erwachsenen müssen ja so tun, als fänden sie alles grossartig, was ihnen ein Kind vorführt. Als ich dieses Gefühl später beibehalten wollte, konzentrierte ich auf die Kunstform, für die ich die meisten (inzwischen ehrlichen) Komplimente erhielt, die Musik und den Gesang.

Hattest du Gesangsunterricht genommen?
Nein, aber ich arbeite mittlerweile mit einer Vocal-Coachin zusammen, mit der ich meine Songs durchgehe, bevor ich sie aufnehme.

Hattest du viel Unterstützung, glaubten die Menschen an dich oder war es eher schwierig?
Wer mich gut kennt, hatte nie daran gezweifelt, dass die Musik der richtige Weg für mich ist. Deshalb bekam ich von meinem engsten Umfeld immer Unterstützung. Wenn ich mich jedoch ausserhalb dieses Kreises als Musiker vorstellte, wurde ich oft gefragt, ob ich das wirklich ernst meine. Viele können sich nicht vorstellen, dass Musik ein echter Karriereweg sein kann.

Bild von Aaron Asteria

Was gibt dir die Kraft weiterzumachen und was motiviert dich, in schwierigen Zeiten?
Die Angst vor der Alternative. Ich will nicht in einem Büro arbeiten und nicht von einem Arbeitgeber abhängig sein. Ich brauche nur mein Bachelor-Diplom von der ETH anzuschauen und dann denke ich mir: Hoffentlich brauche ich das nie!

Während der Pandemie hatte ich kurzzeitig das Gefühl, einen Informatikjob annehmen zu müssen. Genau das motivierte mich, ein Livestream-Festival zu organisieren, Online-Konzerte zu geben und neue Wege zu finden, mit Musik Geld zu verdienen, statt in eine Festanstellung zu gehen.

Wie kreierst du deine Musik?
Meistens an der Gitarre. Melodie, Text und Akkorde eines Songs entstehen dabei in der Regel gleichzeitig. Ein Song wird nur gut, wenn diese drei Elemente von Anfang an zusammenhängen und sich organisch miteinander entwickeln. Tendenziell sind die Songs, die am schnellsten geschrieben werden, auch die besten.

Woher nimmst du die Inspiration?
Mich inspiriert alles Mögliche. Ein Buch, eine News-Story, eine Tapete, ein Graffiti, ein Rabe, der Nüsse knackt oder ein Gespräch, das ich im Bus aufschnappe. Am meisten inspirieren mich jedoch Horrorfilme.

Bild von Aaron Asteria

Wie fühlt es sich an, sein erstes Album rauszubringen?
Das erste Album ist ein Meilenstein. Dass es unter dem bekannten Schweizer Label «Musikvertrieb» veröffentlicht wird, gibt mir das Gefühl, es irgendwie geschafft zu haben. Gleichzeitig macht es mich aber auch nervös. Diese 11 Songs sind mein erstes grosses Statement als Musiker. Wie bei einem Boxkampf hoffe ich, dass der erste Schlag sitzt.

Was ist es für ein Gefühl, vor Publikum zu singen?
Vor der Show fühlt es sich wie ein Tinder-Date an. Jedes Publikum ist anders, das Kennenlernen geht sehr schnell und ich hoffe, dass wir uns verstehen. Anders als beim Tinder-Date springt der Funke beim Konzert jedoch fast immer über. Sobald ich spüre, dass eine Verbindung zwischen dem Publikum und mir besteht, verfliegt jede Nervosität und ich weiss, dass das Konzert ein unvergessliches Erlebnis wird.  

Mit wem würdest du am liebsten einmal auf der Bühne stehen?
Mit jemanden, der mir einen Grammy überreicht.

Was räts du Menschen, die auch unbedingt Erfolg mit ihrer Musik haben wollen?
Es ist ein hartes Business für kreative Menschen. Versucht immer einen Weg zu finden, das ganze irgendwie locker zu nehmen.

Bild von Aaron Asteria

Bilder: Nicole Rötheli

Keine Kommentare

Kommentar verfassen