Malvin Richard ist seit 2019 der Geschäftsführer von farfalla. Wie es war, in die Fussstapfen seines Vaters zu treten und welche ätherischen Öle er am liebsten hat, verrät er mir im Interview.

Wie hat dich dies geprägt?
Ich hatte das grosse Glück, mit einem riesigen Wissen zu Pflanzen aufzuwachsen und was fast noch wichtiger ist: Lange bevor das Wort Work-Life-Balance erfunden wurde, habe ich erfahren, dass beides zusammengehört. Wie sagte Martin Sutter neulich so schön in einem Interview: «Meine Arbeit gehört doch zu meinem Leben und umgekehrt.» So sehe ich das auch, das sind ja keine parallel existierenden Welten, bestenfalls.
Wenn du dich mit anderen Menschen vergleichst, wie halfen bzw. helfen dir das Bewusstsein über die Produkte und deren Anwendung?
Die ätherischen Öle haben eine grosse Kraft und können den Alltag erleichtern. Ob das beim Thema Schlaf, Gesundheit oder Konzentration ist – um nur ein paar zu nennen.
Welches sind deine Lieblingsöle?
Das Bergamottöl. Dieser Zitrusfrucht wird nachgesagt, dass sie nur an Orten gedeihe, von denen aus der Ätna zu sehen ist. Das Bergamottöl ist erfrischend und gleichzeitig ist es beruhigend und besänftigend.
Welches Produkt muss man unbedingt zu Hause haben und wieso?
Für mich das der Schlaf schön Kissenspray mit Lavendel. Ein wunderbares Produkt, das mich jeden Tag in einen tiefen Schlaf begleitet.
Weniger bekannt als Lavendel ist Ravintsara, das in Madagaskar das gute Blatt genannt wird. Es stärkt das Immunsystem, unterstützt die Atemwege und hilft bei mentaler Erschöpfung. Auch ein tolles Öl, um Wohn- und Arbeitsräume geruchlich und energetisch zu reinigen und zu vitalisieren. Bei allen ätherischen Ölen ist für Hautanwendungen wichtig zu beachten, dass sie hautfreundlich mit Hilfe von Pflanzenölen stark verdünnt werden müssen. Aber der Weg über den Geruchssinn, also als Raumduft oder per Trockeninhalation, z.B. mittels Riechstift, ist bei vielen Themen eine unkomplizierte und wirksame Option.
War für dich immer klar, dass du bei farfalla arbeiten möchtest?
Nein. Ich war einige Jahre in einer Unternehmensberatung und habe zusammen mit meinem Schulfreund und unserem Marketingmanager, Lukas Lüscher, eine eigene Parfum Start-up kreiert. Die Düfte von «Richard – Lüscher – Britos» sind bei farfalla integriert.
Die Gründer waren zu viert. Wieso bist du der Geschäftsführer geworden?
Auch wenn zwei der Gründer meine Eltern und einer mein Patenonkel war, war dies nicht von Anfang an klar. Für die Gründer war es wichtig, dass die Firmen-Nachfolge in Hände geht, die nicht primär nachfolgen, sondern die Firma nachhaltig weiterentwickeln können. Aufgrund meines Backgrounds, meiner Leidenschaft für das Wohlbefinden und für Pflanzen, aber vermutlich auch durch meine unternehmerische Erfahrung, bekam ich das grosse Privileg die Firma weiter zu führen.
Wie war es, in die Fussstapfen deines Vaters zu treten?
Es ist ein grosses Geschenk, so ein wertvolles Erbe antreten zu dürfen. Und wir haben in einem gemeinsamen Prozess daraufhin gearbeitet. Gemeinsam haben wir ein wunderbares Generationenprojekt initiiert, bei welchem wir die Marke, die Prozesse und die Produkte gemeinsam und sehr achtsam in die nächste Generation überführt haben. Eine einmalige Möglichkeit, die uns erlaubt hat, neue Ideen wie auch alt bewährtes Wissen zu vereinen.
Was hat sich geändert, seit ihr die Nachfolge übernommen hat?
Die DNA ist unverändert. Wir haben ein grosses neues Charity-Projekt ins Leben gerufen: die Hebammenhilfe. Wir bilden u.a. im südlichen Afrika Hebammen aus. Deshalb steht auf jedem farfalla Produkt, dass wir Geburtshilfe leisten. Das Erscheinungsbild ist auch anders. Wir haben die Schmetterlinge, die namensgebend sind, wieder mehr in den Fokus gerückt.
Welche Werte am Arbeitsplatz sind dir besonders wichtig?
Mit der Führung eines Unternehmens ist es ähnlich wie in einem Garten: Man muss schauen, dass jeder seinen richtigen Platz findet. Die einen haben Familie und brauchen viel Flexibilität, die anderen gedeihen besser im Rudel. Der Boden muss stimmen, das Licht und so weiter. Mir sind deshalb Werte wie Vertrauen, Wertschätzung und Eigenverantwortung besonders wichtig. Gleichzeitig braucht es auch ein gemeinsames Verständnis dafür, wie wir miteinander umgehen – mit Respekt, Offenheit und einem gewissen Mass an Achtsamkeit füreinander.
Dass wir dieses Miteinander bei farfalla tatsächlich leben und nicht nur darüber sprechen, zeigt für mich auch die Auszeichnung als Great Place to Work. Darüber haben wir uns sehr gefreut – vor allem, weil sie direkt auf dem Feedback unserer Mitarbeitenden basiert.
Bilder: Malvin Richard farfalla



Danke für das schöne Interview. Tolle Einblicke, wie eine Unternehmung und die Werte weiter gegeben und entwickelt werden.
Danke dir liebe Claudia fürs Aufgleisen. Find ich auch, diese Werte sollten in mehr Unternehmen gelebt werden.
Liebe Daphne, es war schön, dass wir dich neulich kennenlernen durften! Danke, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast. Wir freuen uns auf ein andermal.
Vielen Dank, es hat mich auch sehr gefreut, euch kennenzulernen und, dass es mit dem Interview geklappt hat. Finde es immer so spannend, was die Menschen zu berichten haben. Freue mich auch, euch bei einer anderen Gelegenheit wiederzusehen.