Gemeinderätin Selina Walgis (33) aus Zürich sprach im Kurzinterview an der Kundgebung für betreute Taubenschläge vom 25. April mit mir über ihren politischen Einsatz für die Stadttauben.

Seit 2021 forderst du auf politischer Ebene betreute Taubenhäuser. Was war der Grund?
Mein damaliger Ratskollege Urs Helfenstein ist aufgrund eines Zeitungsartikels über das Augsburger Modell auf mich zugekommen. Wir haben uns darüber ausgetauscht, was wir unternehmen könnten, damit tierfreundlicher mit den Stadttauben umgegangen wird. Gemeinsam mit ihm habe ich dann ein Postulat (Prüfauftrag) eingereicht, welches das Augsburger Modell für die Stadt Zürich fordert. Seither ist leider nicht viel passiert. Es wird immer von den drei Taubenschlägen gesprochen, aber die sind natürlich viel zu wenige. Wenn dieses Modell nicht umgesetzt wird, dann geht es weiter mit den bis zu 2000 Tötungen von Stadttauben pro Jahr. Das darf nicht sein.
Es sind jetzt fünf Jahre vergangen, wieso geht das so lange, bis darüber entschieden wird?
Wir können die Regierung und die Stadtverwaltung nicht dazu zwingen, dies umzusetzen. Am 15. April haben wir, um nachzudoppeln und den Stadtrat stärker dazu zu verpflichten, aktiv zu werden, eine Motion eingereicht. Wir fordern den Stadtrat auf, eine kreditschaffende Weisung zu machen, bei dem sie uns einen Vorschlag unterbreiten, wie sie das umsetzen wollen und wie viel es kostet. Es braucht den Druck von allen, dass der Stadtrat motiviert ist, dies umzusetzen. Jetzt kann es lange dauern, bis dieses Ratsgeschäft im Rat behandelt wird. Da unsere Forderung aber schon seit 2021 klar ist, bin ich zuversichtlich, dass man trotzdem so schnell wie möglich mit der Planung startet und schaut, wo solche Taubenschläge errichtet werden können.

Bilder: Daphne Chaimovitz
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