Der finnische Sänger, Gitarrist und Songschreiber Samu Haber (50) spielt am Montag, 12. Oktober in The Hall in Zürich. Vor 17 Jahren durfte ich ihn und seine Bandkollegen von Sunrise Avenue schon einmal interviewen. Was sich geändert hat, seit er als Solokünstler unterwegs ist und was seine nächsten Pläne sind, verrät Samu mir im Interview.
War dir immer klar, dass du als Solokünstler weitermachst nachdem Ende von Sunrise Avenue?
Ich wollte bewusst eine Pause machen und mich neu sortieren. Aber man muss auch kein grosser Psychologe sein, um zu wissen, wie sehr ich das Singen und die Bühne liebe, und weiterhin in diesem Bereich arbeiten wollte. Ich war sehr glücklich, dass ich mit dem finnischen Album begonnen habe und fast zwei Jahre durch Finnland getourt bin.
Was hat sich an deinem kreativen Prozess geändert, seit du für dich selbst schreibst und nicht mehr für Sunrise Avenue?
Eigentlich nichts. Ich habe immer auf meine Art Lieder geschrieben. Ich lasse mich von der Umgebung und den Geschichten von Menschen inspirieren. Dann zeige ich es den Produzenten und wenn wir bei einem Song übereinstimmen, feilen wir da weiter bis eine Band ihn mit mir aufnimmt. Ich habe sehr viel Respekt vor Sunrise Avenue, weil sie meine Lieder auf wunderschöne Weise zum Ausdruck bringen konnten. Glücklicherweise klappt das jetzt auch.
Wir sind auf alle Fälle sehr happy, dass du wieder auftrittst. Wieso heisst deine Tour «The Good Boy»?
Eigentlich habe ich den Tournamen zu «XX» geändert, weil ich 20 Jahre im Musikgeschäft bin. Ich muss ein totaler Albtraum für mein Label sein, mitten in der Tour den Namen zu ändern (lacht). Es mir wichtig, diese 20 Jahre zu feiern, weil nicht viele so lange im Geschäft sind.

Was bedeutet es für dich, ein guter Mensch zu sein?
Für mich ist das jemand, der sein eigenes Leben und seine Werte lebt, einfach authentisch ist. Dies spiegelt sich dann natürlich in einem respektvollen Umgang mit anderen Menschen, Tieren und der Umwelt wider.
Schön, dass du die Tiere speziell erwähnst. Setzt du dich auch für sie ein?
Müssen wir! Die dominierende Rolle des Menschen in dieser Welt, hat leider viele schrecklichen Folgen für die Tiere. Ich gebe mein Bestes, mich für sie einzusetzen. Ich habe zum Beispiel auch Patentiere, wie meine Füchse, die von Pelzfarmen gerettet wurden.
Grossartig, ich habe auch Patentiere. Vielen Dank für deinen Einsatz für die Tiere. Aber erzähl weiter, hat sich irgendetwas in deinem Alltag verändert, seit du als Solokünstler unterwegs bist?
Das Einzige, was sich wirklich geändert hat, ist, dass ich ein riesiges Doppelbett im Tourbus für mich alleine habe (lacht).
Gibt es nächstes Jahr wieder eine Tour?
Nein, aber ich plane, an ein paar Festivals aufzutreten. Ich mache das schon seit 20 Jahren, deshalb ist es unglaublich wichtig, sich eine Auszeit zu gönnen. Man muss etwas Abstand vom Showbusiness gewinnen, damit sich die Songs wieder frisch und klar anfühlen. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich mir diese Zeit auch nehmen kann.
Was ist dein Geheimtipp für Menschen, die auch als Musiker Erfolg haben möchten?
Du musst es einfach machen. Es wird nie der perfekte Tag kommen, an dem du beginnen sollst. Beginne jetzt und überdenke nicht alles immer wieder und wieder. Such dir eine Bühne, singe deine Lieder, egal, was andere sagen. Jemand mag es vielleicht, ein anderer nicht. So what. Schlussendlich findest du so deinen persönlichen Stil.

Bilder: Adam Özdemir


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