Regisseurin Petra Volpe zeigt, dass Menschlichkeit auch innerhalb der Gefängnismauern möglich ist, und vor allem auch uns «draussen», dass Insassen immer noch Menschen sind.
Kinostart: 22. Oktober

Fazit «Frank & Louis»
Wow, was für ein grossartiger Film. Das erinnert mich, dass Vera F. Birkenbihl von einem Experiment in amerikanischen Gefängnissen erzählt hat, bei dem der Leiter die Häftlinge zum Beispiel mit Namen ansprechen liess und sie respektvoll behandelte. Ich bin mir über den genauen Zeitrahmen der Studie nicht mehr sicher, aber es gab nur noch kleinere Gewaltdelikte, keine Morde, Gruppenvergewaltigungen oder Selbstmorde mehr. Dies sollte ein wichtiger Reminder für uns alle sein, einfach respektvoll und freundlich mit anderen, und auch uns selbst umzugehen.

Man überlegt gar nicht, dass im Gefängnis auch Menschen sitzen, die irgendwann eine Beeinträchtigung entwickeln können. Zum Beispiel Demenz macht ja auch nicht vor den Gefängnismauern halt. Dass sich Häftlinge um andere Häftlinge kümmern, ist naheliegend. Natürlich müssen die Pfleger ausgebildet werden. Zudem muss natürlich sichergestellt sein, dass sie ihre Schützlinge gut behandeln. Widersinnig ist beinahe, dass Insassen so die bessere Versorgung als Menschen draussen haben, weil sie für sich alleine eine Betreuungsperson den ganzen Tag haben.

Das Zusammenspiel zwischen Kingsley Ben-Adir und Rob Morgan ist geprägt von Konflikten, Annäherung und Anteilnahme. Was mit einer Zweckgemeinschaft entsteht, entwickelt sich zur Annahme des anderen, weil man hinter die Straftaten und das abwehrende oder auch aggressive Verhalten schaut. Jeder Mensch hat seine Geschichte und daraus lässt sich oftmals erklären, wieso Menschen so geworden sind, wie sie sind. Je eher man beginnt, Verantwortung für seine Taten zu übernehmen, was ebenfalls im Film gezeigt wird, und an sich zu arbeiten, wird Veränderung möglich.

Handlung «Frank & Louis»
Frank (Kingsley Ben-Adir) wird in ein anderes Gefängnis verlegt. Damit er bei seiner nächsten Bewährungsanhörung einen Pluspunkt hat, meldet er sich freiwillig als Betreuer für beeinträchtigte Häftlinge. Dort wird im der demenzkranke Louis (Rob Morgan) zugeteilt, der ihm das Leben alles andere als leicht macht. Frank muss sich aber irgendwie arrangieren, denn wenn er abbricht, hat dies mit Sicherheit negative Konsequenzen für seine Anhörung. Findet er einen Umgang mit Louis? Und hilft ihm das freiwillige Engagement tatsächlich?

Besetzung
* Kingsley Ben-Adir als Frank
* Rob Morgan als Louis
* Indira Varma als Dr. Watts
* Rosalind Eleazar als Trish
* Rene Perez Joglar als Julian
* Calum MacPherson als Barney
Bilder: © Filmcoopi Zürich AG
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